HAN 1. Oktober 2009

 

Heidewasser für Hansestädte

Entnahme-Gegner informieren heute in Hanstedt

01.10.2009

Hanstedt(ewa).Die Interessengemeinschaft Grundwasserschutz Nordheide (IGN) informiert heute (Schützenhalle Hanstedt, 18.30 Uhr) über die Pläne der Hamburger Wasserwerke (HWW), künftig noch mehr Wasser aus der Nordheide abzupumpen. Wie berichtet, liegen die entsprechenden Antrags-Unterlagen noch bis Dienstag, 9. Oktober, in den Gemeinden öffentlich aus. Betroffene Bürger haben anschließend die Möglichkeit, bis zum 23. Oktober Widerspruch einzulegen. Die IGN will auch darüber informieren, wie das gehen kann.

Die Hamburger Wasserwerke haben bekanntlich einen Antrag auf die Förderung von 16,6 Millionen Kubikmeter Wasser im Jahr gestellt - 1,6 Millionen mehr als bislang genehmigt. "Ein weiterer Antrag für das Wasserwerk Schierhorn mit noch einmal 2,5 Millionen Kubikmetern pro Jahr ist schon in Vorbereitung", weiß Karl-Hermann Ott von der IGN. "Demnach sollen mittelfristig mehr als 19 Millionen Kubikmeter Grundwasser pro Jahr aus dem Landkreis Harburg nach Hamburg geliefert werden."

Der IGN-Sprecher kritisiert einmal mehr, dass die HWW gleichzeitig nach Schleswig-Holstein expandieren und die Stadt Lübeck mit jährlich bis zu fünf MillionenKubikmeter beliefern. "Andererseits überlassen die HWW der Holstein Wasser das Wasserwerk Haseldorfer Marsch mit fünf Millionen Kubikmetern. Damit geben sie zehn Millionen Kubikmeter Wasser ohne Not an andere Wasserversorger ab."

Für die IGN sei klar: Wer seine Überkapazitäten kaufmännisch geschickt verscherbele, könne nicht in die Nordheide kommen und dort dann die zuvor verkauften Mengen einfordern. "Trinkwasser ist kein Gegenstand für betriebswirtschaftliche Optimierungen, sondern eine generationenübergreifende Daseinsvorsorge", betont Karl-Hermann Ott.